Der erste Blick täuscht. Als mir die Uhr in einem abgetrennten Bereich der Omega Boutique am Neuen Wall Ende Oktober unter Embargo auf den Tisch gelegt wurde, eine knappe Stunde nur, dachte ich: zu viel. Zu orange, zu laut für einen Mann, der eher unauffällige Uhren bevorzugt. Doch irgendwann in dieser Stunde drehte ich die Uhr im Licht, sah, wie das Orange changierte, und blieb hängen. Die Uhr gibt es auch in Schwarz und Blau. Aber Orange ist die interessantere Wahl.

Orange bietet an der Wasseroberfläche den stärksten Kontrast zum Blau des Meeres – deshalb tragen Rettungswesten diese Farbe, deshalb lackierten Taucher der sechziger Jahre ihre Ausrüstung damit. Und deshalb wählte Omega 2005 dieses Orange für die erste Planet Ocean. Was damals riskant war – eine Luxusuhr in der Farbe eines Warnschildes –, ist heute Erkennungszeichen.
Im Dezember, zum zwanzigsten Jubiläum der Linie, hat Omega die vierte Generation vorgestellt. Die Zahlen: 42 Millimeter Durchmesser, 13,79 Millimeter Bauhöhe. Die Vorgängergeneration maß 43,5 Millimeter bei 16,1 Millimeter Höhe. Omega hat die Uhr um 2,3 Millimeter flacher gemacht – und damit auf jene Kritik reagiert, die Sammler seit Jahren vortrugen. Die Planet Ocean war ein technisches Wunderwerk, das sich am Arm anfühlte wie ein Briefbeschwerer. »Die Uhr trägt dich, nicht du die Uhr«, schrieb ein Sammler im Forum. Das ist vorbei.

Das neue Kaliber 8912 trägt die Master-Chronometer-Zertifizierung: antimagnetisch bis 15.000 Gauß, Ganggenauigkeit von null bis plus fünf Sekunden pro Tag, sechzig Stunden Gangreserve. Die koaxiale Hemmung, die George Daniels in den Siebzigern ersann und die Omega nach Jahrzehnten serienreif machte, arbeitet in diesem Werk. Kein Marketing. Mechanik.