Anfang November, kurz vor Mitternacht. Zwei Männer an einem Tresen, der eine Mitte fünfzig, der andere zwanzig Jahre jünger. Der Jüngere erzählt von Heiligabend. Von dem Augenblick, in dem sie sein Geschenk auspackt und es still wird im Zimmer. „Lieb gemeint“, sagt sie dann.
Der Ältere dreht sein Glas und wartet, bis die Bedienung außer Sichtweite ist. Dann zieht er einen Stift aus dem Jackett und schreibt ein einzelnes Wort auf einen Bierdeckel.
Dieses Wort wandert seit Jahren von Mann zu Mann. Mündlich, unter vier Augen, an Orten, an denen keine Frau mithört. Wer es kennt, gilt im Dezember als aufmerksam, liebevoll und erstaunlich geschickt mit Schleife und Schnur. Wer es nicht kennt, erlebt an Heiligabend wieder diese Stille.
Man könnte es im Netz finden. Geheim bleibt es nur, weil niemand danach sucht. Wir erzählen die Geschichte deshalb ausschließlich angemeldeten Lesern. Leserinnen bitten wir, hier umzublättern. Im Dezember erfahren sie, warum.