Zum Inhalt springen

Modewissen. Der Marine-Look

Der Marinelook erlebt ein Revival – und verkörpert, was die Männermode derzeit fordert: einen lässigen Mix aus Casual und Förmlichkeit, Sport und Klassik. Die Stilregeln für Dunkelblau, Weiß und Rot.

Modewissen. Der Marine-Look

Kleine Jungs tragen längst keine Matrosenanzüge mehr, große Jungs punkten diesen Sommer dafür umso mehr im Marinelook. Bei ihm dreht sich alles um klare Farben wie Blau, Weiß und Rot sowie um verschiedene Basics aus Seefahrt, Yachtsport, Rudern und Strandleben. Der Grund für das Revival des Marinelooks liegt wohl darin, dass er genau das verkörpert, was die Männermode derzeit fordert: Einen lässigen Mix aus Casual und Förmlichkeit, Sport und Klassik, Bewährtem und Neuem. Dabei immer darauf achten, dass die Kombinationen nicht zu förmlich wirken. Gerade wenn ein an sich schon sehr klassisches Teil wie der zweireihige Blazer ins Spiel kommt, muss er durch lässigere Zugaben ausbalanciert werden. Sonst sieht man allzu schnell wie ein braver Konfirmand aus und nicht wie ein cooler Flaneur in Nizza.

Kern jeder Zusammenstellung sind die Farben Dunkelblau und Weiß, andere Töne werden ihnen untergeordnet. Braun und Schwarz sollten sparsam dosiert werden, bei den Schuhen sind deshalb ausnahmsweise auch Blau und Weiß erlaubt und beim Dekor sogar Rot, z. B. beim Bootsschuh. Die einfachste Kombi zum Thema Marinelook besteht aus weißem Hemd und weißer Chino, einem blauen Blazer und Loafern. Etwas lässiger wäre ein blaues Polo mit weißer Five-Pocket-Hose und Bootsschuhen in Blau, Weiß und Rot. Förmlicher und abendfein käme Mann in dunkelblauem Blazer, weißem Hemd, blauer Krawatte und grauer Hose daher. Dazu wären dann schwarze Schuh erste Wahl. Als Anklang an den Rudersport darf der Blazer auch Streifen haben, dann bekommt das Outfit einen britischen Akzent.

Outfit im Marine-Stil beim Hamburger Ausstatter Hasselbach (Foto: Bernhard Roetzel)

Mit den Grundfarben Weiß und Blau kann natürlich auch andersrum verfahren werden. So kann natürlich auch ein weißes Sakko zu hellblauem oder weißen Hemd und dunkelblauer Hose kombiniert werden. Hier wären weiße Bootsschuhe ein guter Abschluss, weil der Ton, der den Oberkörper dominiert die Kombi unten abschließt.

Wichtig für den Marinelook sind auch die Details, speziell Gürtel, Krawatte und Pullover. Denn ein Outfit, bei dem Weiß und Blau dominieren, wird durch kleine Farbtupfer erst spannend. Als Gürtel wären Modelle aus Stoff angesagt, sie werden entweder mit Metallringen geschlossen oder klassischen Schließen. Bei der zweiten Variante bietet sich als Material Messing an, falls der Blazer goldene Knöpfe hat. Zu dunkelblauen Knöpfen aus Horn oder Emaille sehen silberne Schließen besser aus. Das Einstecktuch ist ein Muss wenn zum Blazer ein Binder getragen wird, weißes Leinen wäre optimal. Blaue Streifen am Rand des Tuchs würden auch gut ins Bild passen. Für etwas kühlere Abende kann ein leichter Pullover das Outfit ergänzen, er darf lässig um die Schultern gelegt werden. Das sieht auch über dem Blazer gut aus. Um die Hüften sollte der Pulli dagegen nur geschlungen werden, wenn das Sakko im Schrank bleibt.

Bernhard Roetzel

Bernhard Roetzel

Bernhard Roetzel ist Autor des Standardwerks Der Gentleman und seit der ersten Ausgabe feste Instanz im TWEED Magazin. Er schreibt über Stil, Handwerk und die Kultur des gepflegten Erscheinungsbilds.​​​​​​​​​​​​​​​​

Alle Artikel
Tags: STYLE

Weitere in STYLE

Alle anzeigen
Bitte nicht volltexten!

Bitte nicht volltexten!

Von Redaktion
/

Weitere von Bernhard Roetzel

Alle anzeigen