Die Genfer Uhrenmesse Watches and Wonders 2026 zeigt, wie stark klassische Mechanik in Bewegung bleibt: mit neuen Kalendern, Chronographen, Weltzeituhren und Tourbillons. Viele Marken setzen auf kleinere Gehäuse, mehr Ergonomie und technische Substanz, ohne ihre gestalterischen Wurzeln preiszugeben. Zwischen Raumfahrtuhr, diskretem Chronographen und 31-Tage-Langläufer spannt sich ein Panorama, das Tradition, Innovation und Luxus auf bemerkenswerte Weise miteinander verbindet.

A. Lange & Söhne Saxonia: Nur einmal jährlich
Zur Watches and Wonders 2026 erweitert A. Lange & Söhne die 1994 lancierte Saxonia-Linie um einen neuen Jahreskalender. Trendgerecht findet die Armbanduhr mit nur 36 Millimetern Durchmesser und 9,8 Millimetern Höhe ans Handgelenk. Gehäuse gibt es in Weiß- oder Rotgold. Ablesen lassen sich neben Stunden, Minuten und Sekunden auch Großdatum, Wochentag, Monat und die Lichtphasen des Mondes. Über das Jahr berücksichtigt das Unterzifferblatt-Schaltwerk automatisch die Monatslängen von 30 und 31 Tagen. Nur Ende Februar braucht es eine manuelle Kalender-Korrektur. Die Mondphasenanzeige weicht erst nach 122,6 Jahren um einen Tag von den astronomischen Gegebenheiten ab. Die kalendarischen Indikationen lassen sich per Drücker im Gehäuserand einstellen. Im Gehäuseinneren tickt das neue Manufakturkaliber L207.1 mit Selbstaufzug durch Platinrotor, 60 Stunden Gangautonomie und handgraviertem Unruhkloben. Sichtbar durch den Saphirglasboden bietet das Werk klassische Merkmale sächsischer Feinuhrmacherei.

Alpina Startimer Pilot: Up, up and away
Die Linie Startimer gehört zu Alpina wie das Salz zum Meer. Dennoch bleibt Modellpflege Pflicht. Zur Watches and Wonders 2026 präsentiert die 1883 gegründete Marke deshalb eine grundlegend überarbeitete Startimer Pilot Automatic und knüpft damit an ihre Tradition als Hersteller zuverlässiger Fliegeruhren an. Wichtigste Neuerung ist das auf 40 Millimeter verkleinerte Edelstahlgehäuse, das zugleich flacher ausfällt. Überarbeitete Proportionen, satinierte Flächen, polierte Fasen und eine neu gestaltete, griffige Krone schärfen den Auftritt. Unverändert bleibt die Wasserdichtigkeit bis zu zehn Bar Druck. Um die Zeitanzeige kümmert sich ein Automatikwerk der Schwester La Joux-Perret. Seine Gangautonomie beträgt beruhigende 68 Stunden. Sichtbar ist es nicht. Der massive Edelstahlboden trägt ein geprägtes Fliegermotiv im Art-déco-Stil. Die Kollektion umfasst vier Modelle mit neu gestalteten Zifferblättern in Schwarz, Khaki und Petrolblau. Nachleuchtende Ziffern und Zeiger sichern gute Ablesbarkeit bei Dunkelheit.

Audemars Piguet Neo Frame: Springende Stunden
Eine Brücke zwischen Historie und Gegenwart schlägt die Neo Frame Springende Stunde von Audemars Piguet. Diese Armbanduhr basiert auf einem Modell von 1929. Deren stromlinienförmige, vom Art Déco geprägte Optik erhielt ein zeitgenössisches Gesicht. Charakteristisch sind das rechteckige Roségold-Gehäuse in den Dimensionen 34,6 x 34 Millimeter, die vertikalen Godronierungen sowie die aerodynamisch auslaufenden Bandanstöße. Gegen das nasse Element ist die Schale bis zu zwei Bar Druck geschützt. Ins Auge sticht eine schwarze Saphir-Vorderseite mit zwei Sichtfenstern zum Ablesen der digital dargestellten Stunden und Minuten. Für die Manufaktur verkörpert die Zeit-Mechanik in Gestalt des Kalibers 7122 eine Premiere. Erstmals stattet Audemars Piguet ein Automatikwerk mit springender Stundenindikation und Minutenscheibe aus. Rund 52 Stunden beträgt die Gangautonomie. Zu den Besonderheiten des Uhrwerks gehört die Stoßfestigkeit der Anzeigen. Das wiederum unterstreicht die Alltagstauglichkeit der überlieferten und damals durchaus ungewöhnlichen Form, die kostbare Zeit vor Augen zu führen.

Bulgari Octo Finissimo: Reduziert auf 37 Millimeter
Bulgari folgt dem Uhrentrend und erweitert die Octo-Finissimo-Familie um ein Mitglied mit nur 37 Millimetern Durchmesser. Dazu brauchte es selbstverständlich ein im eigenen Haus neu entwickeltes Automatikkaliber. 31 Millimeter Durchmesser besitzt das 2,35 Millimeter flache BVF 100 mit Mikrorotor, drei Hertz Unruhfrequenz und zeitgemäßen 72 Stunden Gangautonomie. Trotz der gegenüber dem bekannten 40-Millimeter-Modell leicht größeren Bauhöhe des Manufakturwerks gelang eine Reduktion seines Volumens um 20 Prozent. Nur 65 Gramm bringt die in Titan ausgeführte Armbanduhr auf die Waage. Das ist freilich nicht alles. Die Techniker und Produktgestalter haben auch an der Ergonomie und der Konstruktion gearbeitet. In diesem Sinne besitzt das mit Faltschließe ausgestattete Gliederband nun zwei Drücker. Die Verbindung von Gehäuse und Band erfolgt per Verschraubung. Wer sich für besagtes Titan entscheidet, kann wählen zwischen einer Ausführung mit sandgestrahlter Oberfläche oder einem Mix aus Satinierung und Politur. In beiden Fällen reicht die Wasserdichte bis zu drei Bar Druck.

Cartier Santos: Geboren 1904
Keine Armbanduhr ist so lange ununterbrochen am Markt wie die Cartier Santos. Ihre Geschichte beginnt 1904 mit einem Dialog zwischen Louis Cartier und Alberto Santos-Dumont. Noch im gleichen Jahr präsentierte der Designer dem brasilianischen Flugpionier eine quadratische Armbanduhr mit abgerundeten Ecken, erhabenem verschraubten Glasrand und integrierten Bandanstößen. Deren Eleganz und gestalterische Innovation lebt auch in der neuesten Evolutionsstufe dieser Armbanduhr fort. Die charakteristischen Designelemente, zu denen auch römische Ziffern und eine Krone mit blauem Cabochon gehören, machten sie zur Ikone. In den 1920er-Jahren sorgten geschmeidige und maßgefertigte Metallbänder für besonderen Tragekomfort. Diese Tradition setzt Cartier nun fort. 15 Reihen feiner Bandglieder von je 1,15 Millimeter Stärke ziehen die Blicke auf sich. Je nach Länge des polierten Armbands müssen kunstfertige Handwerker bis zu 394 Glieder zusammenfügen. Anschließend befestigen sie die Enden am 43,5 x 31,4 Millimeter großen und 7,3 Millimeter hohen Gehäuse. Die Wasserdichte reicht bis drei Bar. Im Inneren kommt das flache Handaufzugskaliber 430 MC zum Einsatz. Entscheiden heißt es zwischen Gelbgold und Platin.

Chopard L.U.C 1860: Reminiszenz an 1996
30 Jahre ist es nun her, dass Chopard vom Etablisseur zur echten Uhrenmanufaktur mutierte. Das gilt es angemessen zu feiern. Und zwar mit dem Modell L.U.C 1860. Sein Name bringt die Markengründung im Jahr 1860 durch Louis-Ulysse Chopard zum Ausdruck. Die zur Watches and Wonders vorgestellte Synthese aus Rückblick und Fortschritt versteht sich als Nachfolgerin des Premierenmodells 1996. In diesem Sinne bleibt sie den Proportionen und den moderaten 36,5 mm Durchmesser treu. Auch das massivgoldene Zifferblatt mit keilförmigen Indexen und guillochiertem Zentrum, die kleine Sekunde bei „6” sowie die Dauphin-Zeiger zur Darstellung von Stunden und Minuten lassen Vergangenes aufleben. Gegenwart und Zukunft zeigen sich in der Verwendung von Lucent Steel mit hohem Recyclinganteil. Natürlich hat die Manufaktur ihr erstes flaches Mikrorotor-Kaliber im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Das aktuell genutzte L.U.C 96.40-L baut 3,30 mm hoch. Seine Schwungmasse besteht aus 22-karätigem Gold. Zwei übereinander angeordnete Federhäuser gewährleisten 65 Stunden Gangautonomie. Hohe Qualität und Ganggenauigkeit unterstreichen die Chronometer-Zertifizierung und dazu das Genfer Siegel.

Frederique Constant Classic Worldtimer: Glitzerndes für Kosmopoliten
Zweifellos gehört der Classic Worldtimer Manufacture zu den Bestsellern von Frederique Constant. Nun hat die Genfer Manufaktur diese erfolgreiche Armbanduhr technisch und gestalterisch überarbeitet. Eine wichtige Neuerung besteht in der Verwendung des hauseigenen Automatikkalibers FC-719. Statt vorher 38 besitzt es nun 72 Stunden Gangautonomie. Dank optimierter Federhauskonstruktion und leistungsfähigeren Werkstoffen ist diese Steigerung auch unter Beibehaltung der Unruhfrequenz von vier Hertz möglich. Die Zusatzfunktion stellt alle 24 Standard-Zeitzonen simultan dar. Ein zweifarbiger 24-Stunden-Ring erleichtert das Unterscheiden zwischen Tag und Nacht. Die Bedienung erfolgt ausschließlich per Krone. Zugunsten besserer Ablesbarkeit verzichtet Frederique Constant auf eine Datumsanzeige. Das klarer proportionierte und bis fünf Bar wasserdichte Gehäuse misst nun 40 Millimeter. Die Spitze der Kollektion markiert eine auf 88 Exemplare limitierte Edition mit Diamantbesatz.

Gerald Charles Masterlink: Auf immer und ewig
Gründer von Gerald Charles ist kein Geringerer als Gerald Genta. Schon zu Lebzeiten offerierte der Design-Guru Armbanduhren mit ewigem Kalender. Seine Nachfolger tun es ihm gleich. Bei der Masterlink Perpetual Calendar handelt es sich um die uhrmacherisch komplexeste Kreation seit dem Debut der Genfer Uhrenmarke. Das neue, im eigenen Haus entwickelte Automatikkaliber GCA11000 nutzt einen Mikrorotor zum Spannen der Zugfeder. Die wiederum speichert Kraft für rund 50 Stunden Ticken mit drei Hertz. Vorderseitig befindet sich das immerwährende Kalendarium. Es stellt Datum, Wochentag, Monat, Schaltjahreszyklus und die Mondphasen dar. Das 4,63 mm flache und aus 306 sorgfältig finissierten Komponenten assemblierte Oeuvre umfängt ein Titangehäuse in den Dimensionen 40 x 40 Millimeter. Mit integriertem Gliederband bringt die bis zehn Bar wasserdichte Masterlink nur 97 Gramm auf die Waage. Erhältlich sind zwei verschiedene Versionen. Eine mit geschlossenem anthrazitfarbenem Fumé-Zifferblatt und eine offenherzige Alternative, welche Blicke auf die Kalender-Kadratur gestattet. Durch die hauseigene Darkblast-Technologie besitzen die Lünette und die Mittelglieder des Armbands eine samtartige Oberfläche.

Grand Seiko Spring Drive Ushio: Ultrapräziser Taucher
Höchste Ganggenauigkeit in einer professionellen Taucheruhr: Grand Seiko kann das. Den Beweis liefert der neue Spring Drive U.F.A. Ushio 300 Diver. Sein neues Spring-Drive-Kaliber 9RB1 steht für „Ultra Fine Accuracy”. Nicht mehr als ±20 Sekunden geht dieser Hybrid aus Mechanik und gangregelnder Elektronik pro Jahr falsch. Damit zählt er zu den präzisesten von einer Aufzugsfeder angetriebenen Uhrwerken für am Handgelenk getragene Zeitmesser. Mit 40,8 Millimetern Durchmesser besitzen die beiden neuen Modelle der Evolution 9 Kollektion das bislang kleinste Gehäuse aller Grand-Seiko-Taucheruhren. Schale und Gliederband bestehen aus leichtem und antiallergischem High-Intensity Titan. Die Schraubkrone leistet einen Beitrag zur Wasserdichte, die bis zu 30 Bar Druck reicht. Praktisch und komfortabel zugleich ist die neu entwickelte Sicherheitsfaltschließe mit Tauchverlängerung und Feinverstellung. Die verfügbaren Zifferblätter zeigen das bekannte „Ushio”-, sprich Gezeiten-Muster in Blau oder Grün. Für gute Ablesbarkeit über und unter Wasser sorgen diamantgeschliffene Indizes, kräftige Zeiger und nachleuchtendes Lumibrite.

IWC Pilot’s Venturer Vertical Drive: Uhr fürs All
IWC Schaffhausen positioniert die Pilot’s Venturer Vertical Drive als Raumfahrtuhr neuen Typs. Statt eine existente Fliegeruhr zu adaptieren, hat die Manufaktur ein völlig neues Modell für die Anforderungen bemannter Missionen entwickelt. Herzstück ist ein zum Patent angemeldetes Bedienkonzept ohne klassische Krone. Stattdessen dient eine Drehlünette zum Aufziehen und Stellen der Zeiger. Auch an die Bedienung mit Handschuhen haben die Produktgestalter gedacht. Den Bedingungen im Weltall genügen auch die Indikationen. Vor dem schwarzen Zifferblatt drehen vier Zeiger: Sekunden, Minuten, Umlaufzeit, 12 (unabhängig verstellbar) und 24 Stunden. Letztgenannter stellt die Referenzzeit dar, weil Astronauten im Orbit in der Regel nach UTC arbeiten. Als Antrieb verwendet IWC das Manufaktur-Automatikkaliber 32722 mit 120 Stunden Gangautonomie und integriertem Zeitzonen-Dispositiv. Tests auf Weltraumtauglichkeit erfolgten gemeinsam mit dem Unternehmen Vast, welches Stationen für eine dauerhafte Präsenz der Menschen im All entwickelt.

Jaeger-LeCoultre Gyrotourbillon: Stratosphären-Tourbillon
Mit dem Master Hybris Inventiva Gyrotourbillon à Stratosphère präsentiert Jaeger-LeCoultre eine auf 20 Exemplare limitierte Komplikation. Im Zentrum der aufwändigen Mechanik steht das neue, zum Patent angemeldete Dreiachs-Tourbillon des Kalibers 178. Seine komplexe Kinematik deckt 98 Prozent aller möglichen Positionen. Das wirkt den durch die Gravitation verursachten Gangabweichungen besonders effizient entgegen. Drei Titan-Käfige rotieren auf der X-, Y- und Z-Achse mit Umlaufzeiten von 20, 60 und 90 Sekunden. Bemerkenswert ist auch die geringe Masse: Lediglich 0,783 Gramm wiegt der aus 189 Einzelteilen zusammengefügte Drehgang. Mit der Unruh, die stündlich 28.800 Halbschwingungen vollzieht, kooperiert eine zylindrische Unruhspirale. Nach manuellem Vollaufzug stehen 72 Stunden Gangautonomie zur Verfügung. Das 16,5 Millimeter hohe Platingehäuse misst 42 Millimeter und ist bis fünf Bar wasserdicht.

Oris Star Edition: Hommage an einen Juristen
Einer der großen Verdienste von Dr. Rolf Portmann besteht darin, dass er vor 60 Jahren maßgeblich zum Ende des restriktiven Schweizer Uhrenstatuts beigetragen hat. Das brachte einen Wendepunkt in der Geschichte seines Arbeitgebers Oris. Fortan durfte die Manufaktur ihre Uhrwerke mit der klassischen Schweizer Ankerhemmung ausstatten. Das geschah erstmals bei der 1966 vorgestellten Oris Star. Sie war die erste Uhr der Marke mit Ankerhemmung. 1982 beteiligte sich der Jurist an einem Management-Buyout. Seitdem ist das 1904 gegründete Unternehmen völlig unabhängig. An all das erinnert die neu aufgelegte Star Edition. Gestalterisch knüpft sie logischerweise an das Vorbild. Ihr Edelstahlgehäuse mit tonneauförmiger Silhouette misst 35 Millimeter. Als Reminiszenz an die 1960er-Jahre verstehen sich auch die Ausführung des Zifferblatts mit asymmetrischem Datumsfenster, massiven Indexen sowie die wuchtigen Zeiger. Über allem wölbt sich ein Plexiglas. Hinter dem verschraubten Stahlboden mit historischem Oris-Wappen bewahrt das Sellita-basierte Automatikkaliber 733 mit 41 Stunden Gangautonomie die Zeit.

Panerai Luminor 31 Giorni: Langläufer
Panerai rückt im Zuge der Watches and Wonders 2026 die verbleibende Gangreserve und deren Anzeige als zentrales Element seiner Geschichte und Gegenwart in den Vordergrund. So gesehen steht die neue Luminor 31 Giorni in einer Linie mit jenen Instrumenten, welche die in Italien gegründete Marke einst für militärische Einsätze entwickelte: robust, klar ablesbar und lange ohne manuelles Aufziehen tickend. Bereits in den 1950er-Jahren zeichnete sich das Handaufzugskaliber Angelus SF240 durch acht Tage Gangautonomie aus. Mit der neuen PAM01631 verschiebt Panerai diese Grenze deutlich. Ihr Handaufzugskaliber P.2031/S bewahrt die Zeit ganze 31 Tage am Stück. Möglich machen es vier Federhäuser sowie ein patentierter Drehmomentbegrenzer. Schutz bietet ein 44-Millimeter-Gehäuse aus Goldtech. Die Wasserdichte reicht bis zehn Bar. Nach 200 Exemplaren endet die Produktion dieses Marathonläufers mit drei Hertz Unruhfrequenz.

Parmigiani Fleurier Tonda PF Chronograph: Diskreter Stopper
2026 setzt Parmigiani Fleurier die bei der Tonda PF GMT Rattrapante oder der Tonda PF Minute Rattrapante praktizierte Idee der „sichtbaren Unsichtbarkeit” fort. Das geschieht mit einem technischen und uhrmacherischen Statement namens Tonda PF Chronograph Mystérieux. Der zum 30-jährigen Bestehen der Manufaktur vorgestellte Zeitmesser interpretiert den klassischen Chronographen neu. Im Ruhezustand wirkt er wie ein puristisches Instrument mit roségoldenen Zeigern für Stunden und Minuten sowie Zentralsekunde. Die ausgeklügelte Konstruktion des aus 362 Teilen assemblierten Automatikkalibers PF053 mit 60 Stunden Gangautonomie, 4 Hz Unruhfrequenz und Schaltradsteuerung folgt einer spezifischen kinematischen Logik. Beim ersten Druck springt der Sekundenzeiger in die Senkrechte und setzt sich von dort aus in Bewegung. Gleichzeitig laufen auch die beiden Zählzeiger los. Erneutes Drücken hält den Stopper an, Druck Nummer drei beendet die Kurzzeitmessung. Die Totalisatoren verschwinden hinter den Zeit-Pendants. Damit definiert Parmigiani Fleurier den Chronographen als diskretes, jederzeit abrufbares Instrument.

Piaget Polo 79: Edelmetall groß geschrieben
Piaget stellte seine Polo 1979 vor. In jenem Jahrzehnt gaben sportlich-elegante Armbanduhren in Edelstahl den Ton an. Das damalige Familienunternehmen unter Leitung von Yves G. Piaget beschritt einen anderen Weg und fertigte das Outfit aus Gold. Ein spezielles Design ließ Gehäuse und Armband nahezu miteinander verschmelzen. Wegen dieser Besonderheit bekam der Newcomer als erstes Modell der im Jura ansässigen Manufaktur einen eigenen Namen. Dieser brachte die Leidenschaft des Firmenchefs für das elitäre Pferdepolo zum Ausdruck. Kein Wunder, dass Piaget der zeitweise eingestellten Polo 79 ein Comeback bescherte. Die bisher nur in Gelb- und Weißgold erhältliche Kollektion ergänzt fortan eine zweifarbige Version mit weiterhin 38 Millimeter Durchmesser. Sie besitzt ein Sodalith-Zifferblatt. Der blau geäderte Schmuckstein verstärkt den Kontrast zu den typischen Godronierungen. Nichts ändert sich am ultraflachen Automatikwerk Kaliber 1200P1 mit Mikrorotor, 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und rund 44 Stunden Gangautonomie.

Roger Dubuis Excalibur: Ewig währt am längsten
Roger Dubuis knüpft an die Anfänge der noch vergleichsweise kurzen Firmengeschichte an. Diese startete 1995 in Genf. Mit biretrograden, also doppelt zurückspringenden Anzeigen sorgte der Uhrmacher Roger Dubuis schnell für Aufsehen. In diese Fußstapfen tritt der neue Excalibur Biretrograde Perpetual Calendar. Wie gehabt bewegen sich die Spitzen der Zeiger für Wochentag und Datum über elliptische Skalen. An deren Ende angekommen, springen sie blitzschnell in die Ausgangsposition zurück. Verantwortlich für die Akkuratesse zeichnet das neue, selbst entwickelte und gefertigte Automatikkaliber RD850. Es besteht aus 435 Komponenten und verfügt über 60 Stunden Gangautonomie. Der ewige Kalender berücksichtigt variable Monatslängen und Schaltjahre bis Ende Februar 2100. Erst nach 122,6 Jahren bedingt die astronomische Mondphasenindikation bei „6” eine manuelle Nachhilfe. Die Lünette des 40 Millimeter großen Sichtbodengehäuses aus Roségold rahmt das Zifferblatt mit Elementen aus Perlmutt und Aventurin ein.

TAG Heuer Monaco Evergraph: Neuartiger Chronograph
Der neue TAG Heuer Monaco Evergraph fügt sich logisch in die lange Chronographen-Geschichte dieser Marke. Bis 1969 reicht die Tradition des quadratischen und gleichzeitig auch wasserdichten Monaco-Gehäuses zurück. Mit der 2026 vorgestellten Premiere geht die zum LVMH-Konzern gehörende Marke einen entscheidenden Schritt weiter. Zusammen mit der Vaucher Manufacture in Fleurier entstand das exklusive Kaliber TH80-00, dessen größte Innovation in einem außergewöhnlichen Chronographenmechanismus besteht. Anders als bei klassischen Konstruktionen kommt dieser fast ohne die üblichen Hebel und Federn für Start, Stopp und Nullstellung aus. An ihre Stelle treten zwei flexible bistabile Komponenten. Dank hochpräziser LIGA-Technologie arbeiten diese Bauteile besonders exakt und dauerhaft zuverlässig. Dadurch bleibt das Bediengefühl des Chronographen auch nach tausendfacher Nutzung konstant. Der Gangregler oszilliert mit fünf Hertz. Und das ohne Energienachschub rund 70 Stunden lang.

Ulysse Nardin Super Freak: Von Freaks für Freaks
Ulysse Nardin feiert 2026 gleich zwei Jubiläen: 180 Jahre Markengeschichte und 25 Jahre Freak, also jener Modellfamilie, die 2001 durch die erstmalige Verwendung von Silizium eine Revolution in der mechanischen Uhrmacherei einläutete. Der neue Super Freak führt lediglich das Fortschreiten der Stunden, Minuten und Sekunden vor Augen. Gleichwohl hat es die während vier Jahren entwickelte Mechanik in sich. Neben dem patentierten und hoch effizienten Grinder-Selbstaufzug verfügt das von einem Uhrmacher aus 511 Komponenten montierte Zeit-Oeuvre über ein Karussell. Selbiges rotiert in zwölf Stunden um 360 Grad und trägt gleich zwei „fliegend” gelagerte Tourbillons. Insgesamt ist die Konstruktion durch acht Patente geschützt. Unter anderem beziehen sie sich auf das weltweit kleinste Kardansystem sowie das winzige vertikale Differentialgetriebe. Selbstverständlich ist Silizium ebenso an Bord wie die von Ulysse Nardin entwickelte DIAMonSIL-Technologie, bei der Silizium mit Diamant beschichtet wird. Mehr als 97 % des Uhrwerks sind permanent in Bewegung, über 70 % der Komponenten erfahren während rund 60 Stunden ihre manuelle Finissage. Weil Vorzügliches rar ist, entstehen nur 50 Exemplare.

Zenith G.F.J.: Luxus aus Le Locle
Zu den Legenden mechanischer Uhrmacherkunst gehört zweifellos das Handaufzugskaliber 135 aus dem Hause Zenith. Historisch betrachtet handelt es sich um einen der erfolgreichsten Chronometer. Nicht weniger als 235 Preise gehen auf sein Konto. Darunter befinden sich zwischen 1950 und 1954 fünf erste Plätze in Folge am Observatorium von Neuchâtel. Kein Wunder, dass die Traditionsmanufaktur unter dem Dach des LVMH-Konzerns dieses Kleinod wieder aufgelegt hat. Natürlich optimiert und an die gegenwärtigen Anforderungen adaptiert. Geblieben sind die grundlegende Architektur des Ganzen, die entschleunigte Unruhfrequenz von 2,5 Hertz und eine Breguet-Spirale. Nach manuellem Vollaufzug reicht die Gangautonomie über 72 Stunden hinweg. Zum akkuraten Einstellen der Zeit gibt es nun auch eine Stoppsekunde. Hohe Präzision bescheinigt die COSC-Zertifizierung. In Gestalt der G.F.J. in Tantal mit Onyx-Zifferblatt präsentiert Zenith 2026 die bislang exklusivste Comeback-Version. Benannt ist die auf 20 Exemplare limitierte Armbanduhr mit 39,5 Millimeter Durchmesser nach Firmengründer Georges Favre-Jacot.
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