Barchette, kleine Boote, so nennt man diese Autos, weil bei ihnen alles fehlt, was nicht dem Fahren dient. Kein Dach, oft keine Türen, manchmal nicht einmal eine Windschutzscheibe. Zwischen dem 18. und 21. Juni ist die 31. Ausgabe von La Leggenda di Bassano – Trofeo Giannino Marzotto mit rund hundert dieser offenen Sportwagen aus den Jahren 1920 bis 1960 über die Dolomitenpässe gerollt.


Das Feld war auch für Kenner ungewöhnlich. Elf Vorkriegs-Bentleys aus den Zwanzigern, so viele wie nie zuvor bei dieser Veranstaltung, dazu ein Ferrari 121 LM, von dem nur vier Exemplare entstanden, und einer von nur vier je gebauten Alfa Romeo 412 mit seinem Viereinhalb-Liter-Zwölfzylinder aus Alfas Grand-Prix-Programm der späten Dreißiger. Drei dieser Alfa existieren heute noch.
Gefahren wurde nicht um die schnellste, sondern um die gleichmäßigste Zeit. Wer die vorgegebenen Zeiten am genauesten trifft, gewinnt. So standen am Ende Perbellini und Maccari in einem Jaguar Biondetti von 1950 ganz oben, vor einem Fiat 508 S von 1935 und einem Porsche 356 Speedster.
Wer glaubt, solche Autos stünden heute nur noch poliert in Sammlungen, wird in Bassano eines Besseren belehrt. Hier werden sie gefahren, über nasse Kehren, bei Regen und in der Hitze, vier Tage lang. Die meisten Besatzungen sind seit Jahren dabei, manche seit Jahrzehnten, und sie sprechen über ihre Wagen wie über alte Weggefährten. Als Botschafter fuhr der zweifache Rallye-Weltmeister Miki Biasion mit, ein Sohn der Stadt.





Ferrari 121, eines Ferrari Highlights in den Dolomiten.
Der Weg führte am Freitag von Rossano Veneto über Cavalese nach Bozen, am Samstag über Costalunga, Pordoi und das Würzjoch, ehe die Wagen am Abend über den Waltherplatz rollten, und am Sonntag über die Weinstraße und Asiago zurück nach Bassano. Wer einmal an einem dieser Pässe stand, während ein Sechszylinder aus den Fünfzigern die Kehren hinaufarbeitet, versteht, warum Fahrer extra aus den USA und aus halb Europa dafür anreisen.







Häufige Fragen zu La Leggenda di Bassano 2026
Was ist La Leggenda di Bassano – Trofeo Giannino Marzotto?
Eine internationale Gleichmäßigkeitsfahrt für historische offene Sportwagen, sogenannte Barchette, gebaut zwischen 1920 und 1960. Veranstalter ist der Circolo Veneto Automoto d'Epoca (CVAE). Die 31. Ausgabe führte durch Venetien, das Trentino und Südtirol.
Wann fand die Ausgabe 2026 statt?
Vom 18. bis 21. Juni 2026, mit Bozen als zentraler Etappe.
Ist es ein Rennen?
Nein. Gefahren wird auf Gleichmäßigkeit. Es gewinnt, wer vorgegebene Zeiten am genauesten trifft, nicht wer am schnellsten ist.
Wer hat 2026 gewonnen?
Perbellini und Maccari auf einem Jaguar Biondetti von 1950, vor Pastore/Marino (Fiat 508 S, 1935) und Ehlen/Koppel (Porsche 356 Speedster, 1956). Die Trofeo Giannino Marzotto selbst ging an Alan Cosbys Ferrari 250 TRI 59/60.
Was sind Barchette?
Offene, minimalistische Renn- und Sportwagen ohne Dach und oft ohne Windschutzscheibe, gebaut, um möglichst leicht und schnell zu sein.
Welche seltenen Autos waren dabei?
Elf Vorkriegs-Bentleys aus den Zwanzigern, ein Ferrari 121 LM (nur vier gebaut) und einer von nur vier gebauten Alfa Romeo 412, von denen heute drei erhalten sind.
Wie verlief die Strecke?
Von Rossano Veneto über Cavalese nach Bozen, am Samstag über Costalunga, Pordoi und das Würzjoch, am Sonntag über die Weinstraße und Asiago zurück nach Bassano del Grappa.