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Casio baut jetzt eine richtige Uhr

Fünfzig Jahre nach der Casiotron kommt mit der CMK-100 die erste Automatik unter dem Casio-Namen. Titan, 55 Gramm, 299 Euro.

Casio baut jetzt eine richtige Uhr

Ein halbes Jahrhundert lang war Casio die Gegenthese zur Mechanik. 1974 kam die Casiotron, die erste Digitaluhr mit automatischem Kalender, in den Jahren, in denen Schweizer Werkehersteller schlossen. Trotzdem liegt in vielen Sammlungen neben Rolex und Grand Seiko eine Casio. Meist ist es die F-91W von 1989, seit Jahrzehnten unverändert gebaut, für etwa 15 Euro zu kaufen. Dazu kommen die A158W mit Stahlband, die AE-1200 mit der kleinen Weltkarte im Display, die erste G-Shock DW-5000C von 1983 und deren Nachfolgerin DW-5600. Als Casio 2019 die GA-2100 mit achteckiger Lünette vorstellte, war sie monatelang nicht lieferbar; im Netz heißt sie bis heute „CasiOak“. Diese Uhren sind nichts wert und werden trotzdem gesammelt. Casio hat sie nie teurer gemacht, nie nachträglich veredelt und das Design seit den achtziger Jahren in Ruhe gelassen. Für Leute, die sonst über Finissage reden, ist das eine Erholung.

Casio CMK-100TD-1A: 38 Millimeter Titan, 98 Gramm mit Band, 399 Euro.

Die erste Casio-Automatik unter eigenem Namen

Mit der CMK-100 stellt Casio am 29. Oktober 2026 erstmals eine Automatikuhr unter dem eigenen Namen vor. Vorausgegangen war 2025 die Edifice EFK-100, die in der Nebenlinie lief. Die neue Serie heißt bei Casio „CASIO AUTOMATIC“ und umfasst fünf Referenzen; in Deutschland erscheinen zunächst drei.

Gehäuse, Maße, Gewicht

Die CMK-100 ist eine Field Watch: 38 Millimeter Durchmesser, 11,4 Millimeter Höhe, 44,7 Millimeter Hornabstand, arabische Ziffern, mattes Zifferblatt mit mehrschichtig aufgetragener Leuchtfarbe. Gehäuse und Band bestehen aus Titan, die Oberfläche ist mit Titancarbid gehärtet. Saphirglas, verschraubte Krone, verschraubter Boden, 10 bar Wasserdichtigkeit. Am Titanband wiegt die Uhr 98 Gramm, am Textil- oder Lederband 55 Gramm.

Drei Varianten kommen nach Deutschland: die CMK-100TC-1AER am Textilband für 299 Euro, die CMK-100TL-1AER am Lederband für 319 Euro und die CMK-100TD-1AER am Titanband für 399 Euro. Verkaufsstart ist der 12. November 2026 über Casiondirekt und ausgewählte Fachhändler.

Das Werk, über das Casio nicht viel spricht

Ein eigenes mechanisches Kaliber hat Casio nicht, und die Pressemitteilung nennt auch kein fremdes. Sie sagt nur: in Japan gefertigt. Die Edifice EFK-100 von 2025 lief noch mit dem Seiko NH35, die Nachfolger EFK-200 und EFK-110 wechselten zum Miyota 8215 von Citizen. Die Daten der CMK-100 passen zum Miyota: 21 Steine, 42 Stunden Gangreserve, 21.600 Halbschwingungen pro Stunde, Toleranz minus 20 bis plus 40 Sekunden am Tag. Das 8215 ist seit den siebziger Jahren im Dienst, robust und günstig im Service. Es hat eine Eigenart, die Kenner auf den ersten Blick erkennen: Die Zentralsekunde wird indirekt angetrieben, der Zeiger zittert bei jedem Schritt leicht nach. Einen Sekundenstopp bekam das Kaliber erst vor wenigen Jahren. Im UhrForum, wo der Thread zur CMK-100 binnen eines Tages auf über 40 Beiträge kam, fragt einer trocken, ob Casio jetzt Citizen werde. Die übrigen Einwände dort und in spanischen Foren betreffen die ungewöhnlich breite Lünette, die Skepsis gegenüber Casios Leuchtmasse und den Preis. Zum Vergleich: Hamiltons Khaki Field Titanium Auto, ebenfalls 38 Millimeter, kostet rund 1.000 Euro.

Was bekommt man für den kleinen Preis?

Das Gehäuse ist das Argument der CMK-100, nicht das Werk. Titan, Saphirglas und 55 Gramm für 299 Euro gab es in dieser Preisklasse bisher kaum. Das Innenleben kauft Casio zu, wie seit Jahrzehnten bei seinen analogen Quarzuhren. Die F-91W-Besitzer werden sich die Uhr sicher ansehen. Ob sie sie kaufen und sich der Hype auch auf die mechanische Uhr überträgt, ist eine andere Frage.

Häufige Fragen zur Casio CMK-100

Welches Werk steckt in der Casio CMK-100? Casio nennt kein Kaliber. Die technischen Daten (21 Steine, 42 Stunden Gangreserve, 21.600 A/h) entsprechen dem Miyota 8215 von Citizen, das auch in den Edifice-Modellen EFK-200 und EFK-110 arbeitet.

Was kostet die Casio CMK-100? 299 Euro am Textilband (CMK-100TC-1AER), 319 Euro am Lederband (CMK-100TL-1AER), 399 Euro am Titanband (CMK-100TD-1AER).

Wie groß und wie schwer ist die Casio CMK-100? 38 mm Durchmesser, 11,4 mm Höhe, 44,7 mm Hornabstand. 55 Gramm am Textil- oder Lederband, 98 Gramm am Titanband.

Ist die CMK-100 die erste mechanische Casio? Sie ist die erste Automatik unter dem Casio-Markennamen. Die erste mechanische Uhr des Konzerns war 2025 die Edifice EFK-100 mit Seiko NH35.

Ab wann ist die Casio CMK-100 erhältlich? Ab 12. November 2026 über casio.com/de und ausgewählte Fachhändler.

Axel Kmonitzek

Axel Kmonitzek

Axel vereint die Ausbildung an der Hamburg Media School mit der Passion für das Handwerk. Über eine Dekade hat er Uhren-Unikate gefertigt und prägt heute als Editor von Tweed den Blick auf Manufakturen, Autos, Reisen und die Menschen dahinter.

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