Männer sind in Sachen Farbe modemutig wie nie zuvor: Gelbe Hosen, grüne Sakkos, rote Strümpfe. Doch gerade weil derzeit so viele verschiedene Farben und Farbwelten angesagt sind, werden manche unsicher. Wieso sehe ich mit dem olivgrünen Bauwollanzug frisch und sympathisch aus und mit dem grauen Glencheck-Einreiher blass und müde? Und warum fühle ich mich in den braunen Anzug immer gut und in dem dunkelblauen unsicher? Männer spüren, wie sehr Farben uns beeinflussen. Wie und warum, wissen viele aber nicht. Sie machen einfach einen Bogen um bestimmte Teile der Palette. Mode hin oder her.

Wer „seine“ Farben finden will, sollte sich zunächst einmal genau im Spiegel anschauen. Am besten in einem Zimmer mit Tageslicht, denn künstliche Beleuchtung kann die Augen täuschen. Dabei geht es erst einmal um eine einfach zu beantwortende Frage: Gibt es viel Kontrast zwischen Haut, Haar und Augen? Wer sich unsicher ist, kann die Augen leicht zusammenkneifen. Starke Differenzen zwischen Hell und Dunkel bleiben sichtbar, schwache Unterschiede verschwimmen.
Schwarzes Haar, dunkle Augen und helle Haut ergeben die stärksten Kontraste. Dazu passen ebenso kontrastreiche Kombinationen, z. B. aus Schwarz und Weiß, Dunkelblau und Creme oder Dunkelviolett und pastelligem Flieder. Hellblonde Haare und helle Haut kontrastieren weniger. Ratsam sind hier helle, sich ähnelnde Töne, z. B. Beige und Wollweiß, pudriges Pink und Kamel sowie Hellgrau und Himmelblau. Krasse Unterschiede zwischen Hell und Dunkel würden die zarten Schattierungen von Haar und Haut erschlagen.

Dass diese Methode funktioniert, zeigt sich am Beispiel von Gianni Agnelli, der berühmtesten Stil-Ikone Italiens. In jungen Jahren, als sein Haar noch dunkel war, trug er überwiegend dunklen Zwirn und helle Hemden als Kontrast. Als sein Haar grau wurde und schließlich weiß, war er fast nur noch in hellgrauen Anzügen zu sehen.
Wenn Klarheit über den Kontrast herrscht, sollte das Spiegelbild nach Farben abgesucht werden. Am einfachsten erkennbar sind sie bei rotem Haar, rosigen Wangen, hellblauen Augen oder milchkaffeebrauner Haut. Diese Farben können in der Kleidung aufgegriffen werden, entweder 1 : 1 oder in Mischtönen. Außerdem passen den Tönen von Haar, Haut und Augen deren Komplementärfarben. Zu Rot sind das Grüntöne, zu Blau (z. B. in den Augen) sieht Orange gut aus und zu Gelbtönen (z. B. in blondem Haar) wäre Violett in allen Schattierungen optimal.


Genauer hinsehen muss man bei blasseren, hellhäutigen Typen mit eher undefinierbarer Haarfarbe. Hier haben manchmal nur die Augen einen erkennbaren Ton. In diesem Fall sollte die Kleidung allein nach dem Kontrast ausgewählt werden. Da er hier schwach ausfällt, wären gedämpfte Farbklänge am vorteilhaftesten. Die Farbe der Augen kann in Gesichtsnähe aufgegriffen werden, z. B. bei Schal, Krawatte oder Hemd.