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Modewissen: Outfits für Bälle

Der ultimative Herrenmode-Guide für die Ballsaison. Erfahren Sie die strengen Dresscode-Regeln für den perfekten Auftritt im Frack (White Tie) oder Smoking (Black Tie).

Modewissen: Outfits für Bälle

Die Ballsaison bietet die Gelegenheit, sich in der förmlichsten und zugleich elegantesten Garderobe des Herrn zu präsentieren. Ihr wichtigster Bestandteil ist der Frack, der auf der Einladung durch die Dresscode-Angaben „Großer Gesellschaftsanzug“, „White Tie“ oder „Cravate blanche“ gefordert wird. Diese Angabe ist unbedingt zu befolgen. Wer nicht im Frack erscheinen kann oder will, sollte lieber absagen. Die einzige Alternative zum Frackensemble sind Uniform oder Landestracht, keineswegs aber Smoking oder dunkler Anzug.

Hemd, Weste und Schleife aus weißem Piqué zum Frack (Foto: Budd Shirtmaker)
Zum Frack gehören hoch geschnittene Hosen mit Bundfalten (Foto: Budd Shirtmaker)

Der Frack besteht aus dem Schoßrock, einem von (weißen) Hosenträgern gehaltenen Beinkleid mit doppelten Galons an der äußeren Hosennaht, Frackhemd mit steifem Stehkragen, weißer Frackschleife und Frackweste aus Baumwollpikee, schwarzen Seidenkniestrümpfen sowie Frackpumps. Die Armbanduhr wird gegen eine Taschenuhr ausgetauscht. Außerdem empfiehlt sich für Geld und Eintrittskarten eine schmale und flache Abendbrieftasche, die in der Innentasche des Schoßrocks ihren Platz hat.

Man sollte auf jeden Fall ein Frackhemd wählen, das Smokinghemd taugt nicht als Ersatz. Das Frackhemd ist erkennbar an der speziellen Manschette, die mit Manschettenknöpfen geschlossen wird, aber keine Doppelmanschette ist.

Klassisches Frackhemd (Foto: Budd Shirtmaker)

Auf dem Weg zum Ball wird über den Frack ein schwarzer Abendmantel getragen. Es muss sich nicht um ein Cape handeln, ein schwarzer Mantel, eventuell mit Samtkragen, ist absolut korrekt. Ein seidener Klappzylinder wäre dazu der korrekte Hut. Der weiße Seidenschal, bekannt aus der Operette, wird mit dem Mantel an der Garderobe abgegeben. Auch ein weißer Schal aus feinem Kaschmir ist tragbar.

Wenn die Einladung aus irgendeinem Grund keinen Frack vorschreibt, ist in aller Regel der Smoking gefragt. Auf der Einladung steht dann „kleiner Gesellschaftsanzug“, „Black Tie“ oder „Cravate Noire“. Die deutsche Bezeichnung beschreibt sehr gut seine Charakter. Er ist für weniger förmliche Anlässe geeignet, z. B. eine Dinnerparty.

Die Briten bezeichnen den Smoking als „dinner jacket“ oder „dinner suit“, in Amerika heißt er Tuxedo. Gemeint ist ein schwarzer oder nachtblauer Anzug in verschiedenen Modellformen. Einreihig oder zweireihig ist egal, beide Versionen gibt es mit Spitzfasson oder Schalkragen. Einreihige Smokingjacken lassen sich auch durch eine Weste ergänzen oder durch den schwarzen Cummerbund. Er hat sich aus der orientalischen Bauchschärpe entwickelt, ist jedoch keineswegs Pflicht.

Die Smokinghose wird ebenfalls von (schwarzen) Hosenträger gehalten oder ist mit einem verstellbaren Bund ausgestattet. Sie unterscheidet sich durch die Frackhose durch die einfachen Galons an der Außennaht. Wenn sie mit Gürtel getragen wird, dann sollte der sehr schmal ausfallen und mit einer Echtsilberschließe ausgestattet sein. Stilvoller sind gürtellose Bundvarianten.

Das weiße Smokinghemd hat Doppelmanschetten und eine verdeckte Knopfleiste, der Umlegekragen ist dem Stehkragen vorzuziehen. Komplettiert wird die Ausstattung durch ein Einstecktuch aus weißem Leinen oder aus gemusterter Seide. Die Smokingschleife ist stets schwarz und sollte selbst gebunden werden. Abendschuhe sind Pflicht, entweder geschnürte Modelle oder Pumps wie zum Frack.

Zweireihiger Smoking mit Schalkragen von Massura in München.
Samtsmoking nach Maß von Maximilian Mogg in Berlin.
Smokingjacke aus Samt, nach Maß gefertigt bei Marc Anthony.
Weit aus geschnittene Weste zum Smoking von Anton Meyer.
Smoking nach Maß von Caroline Andrew in London. Dazu Slipper aus Samt.
Der Lack-Oxford passt zu Smoking und Frack (Foto: Crockett & Jones)
Bernhard Roetzel

Bernhard Roetzel

Bernhard Roetzel ist Autor des Standardwerks Der Gentleman und seit der ersten Ausgabe feste Instanz im TWEED Magazin. Er schreibt über Stil, Handwerk und die Kultur des gepflegten Erscheinungsbilds.​​​​​​​​​​​​​​​​

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Tags: STYLE

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