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Tissot Seastar 2000 Professional: endlich für mehr Handgelenke tragbar

Die Tissot Seastar 2000 Professional schrumpft von 46 auf 44 mm und wird damit endlich zur Uhr, die man morgens anzieht und den Tag über fast vergisst.

Tissot Seastar 2000 Professional: endlich für mehr Handgelenke tragbar

Die Taucheruhr ist zwei Millimeter kleiner geworden. Das klingt nach wenig, macht aber den Unterschied: Jetzt ist es eine Uhr, die man morgens anzieht und den Tag über vergisst. So wie es bei einem Daily-Rocker sein sollte.

Auf einen Blick

  • Neu: 44 mm Durchmesser statt 46 mm, Höhe rund 15,3 mm
  • Wasserdicht: 600 Meter (60 bar), Heliumventil bei 9 Uhr, ISO 6425 (2018)
  • Uhrwerk: Powermatic 80 mit Nivachron-Spiralfeder, 80 Stunden Gangreserve
  • Zifferblatt: eingraviertes Wellenmuster, fünf Varianten (u. a. Blau, Orange, Grau)
  • Armband: Schnellwechsel-System, Edelstahl plus Kautschuk im Tropic-Stil
  • Preis: ab rund 1.000 Euro

Von 46 auf 44 Millimeter: Was sich geändert hat

Auf dem Papier war die erste Tissot Seastar 2000 Professional von 2021 ein kleines Wunder: 600 Meter wasserdicht, Heliumventil, ISO-Zertifizierung, 80 Stunden Gangreserve, und das für rund tausend Euro. Am Handgelenk wurde aus dem Wunder ein Klotz. Sechsundvierzig Millimeter breit, über sechzehn hoch. Wer keine kräftigen Unterarme hatte, sah damit ein wenig verloren aus.

Den Einwand hörte man vier Jahre lang, höflich in der Fachpresse, deutlicher in den Foren. Tissot hat ihn ernst genommen. Die neue Auflage misst vierundvierzig Millimeter und ist gut fünfzehn Millimeter hoch. Das klingt nach Kleinkram, entscheidet aber darüber, ob man die Uhr morgens tatsächlich umschnallt.

Tissot Seastar 2000 oder Seastar 1000?

Eine kleinere Seastar gab es zwar schon. Die Tissot Seastar 1000 fällt mit dreiundvierzig Millimetern handlicher aus, bleibt aber bei dreihundert Metern und kommt ohne Heliumventil, eine schöne Uhr, nur in jeder Hinsicht eine Nummer kleiner. Wer das ganze Tauchprogramm wollte, war bislang auf die sechsundvierzig Millimeter angewiesen. Damit ist jetzt Schluss, und das ist der eigentliche Fortschritt: Die volle Tauchausstattung gibt es endlich auch in einem alltagstauglichen Format.

Technik: Powermatic 80, Nivachron und 600 Meter

Im Inneren ist alles beim Alten geblieben, und das ist gut so. Das Heliumventil bei neun Uhr leistet beim Sättigungstauchen seinen Dienst und wird von niemandem gebraucht, der diese Uhr kauft. Man mag es trotzdem, ungefähr wie den Allradantrieb, den man nie einlegt. Auch die sechshundert Meter Wasserdichtigkeit reichen tiefer, als man je kommen wird. Bei einer Taucheruhr gehört dieser Überschuss einfach zum Spaß.

Angetrieben wird sie vom bewährten Powermatic 80 mit Nivachron-Spiralfeder, titanbasiert und weitgehend unbeeindruckt von Magnetfeldern; entwickelt hat sie die Swatch Group zusammen mit Audemars Piguet. Im Alltag merkt man davon vor allem, dass die Uhr Laptops, Kopfhörer und Türschlösser ignoriert und nach einem Wochenende in der Schublade immer noch läuft. Das Zifferblatt zeigt ein eingraviertes Wellenmuster und einen schönen Farbverlauf, fünf Varianten von Blau über Orange bis Grau, das Datum sitzt bei sechs Uhr, die Leuchtmasse trägt auch durch die Dämmerung. Man liest die Zeit ohne nachzudenken ab, und viel mehr verlangt man nicht von ihr.

Die Schwachstelle: die Faltschließe

Ganz ohne Kompromiss geht es zu dem Preis nicht. Die Faltschließe wirkt von außen immer etwas blechern, das einzige Teil, das verrät, dass hier keine viertausend Euro im Spiel waren. Tragisch ist das nicht. Über das Schnellwechsel-System ist sie in zwei Minuten gegen das beiliegende Kautschukband im Tropic-Stil getauscht, und spätestens damit wird die Uhr im Sommer zum Lieblingsstück: Stahl im Büro, Gummi am Wasser. Salz, Sonnencreme und der Sprung vom Steg lassen sie kalt. Als Urlaubsuhr ist sie damit fast konkurrenzlos günstig.

Seastar und PRX: das Tissot-Prinzip

Tissot beherrscht etwas, das vielen teureren Marken schwerfällt: Uhren zu bauen, die nach mehr aussehen, als auf dem Preisschild steht. Die Tissot PRX mit ihrem integrierten Band ist dafür das bekannteste Beispiel und längst eine der erfolgreichsten Linien des Hauses. Die Seastar ist gewissermaßen ihr Pendant fürs Wasser.

Lohnt sich die Tissot Seastar 2000 Professional?

Ja! Für alle, die eine robuste Alltags- und Urlaubsuhr suchen und mit der bisherigen Größe gefremdelt haben. Am Ende ist sie schlicht eine ehrliche Uhr für jeden Tag. Man legt sie morgens an, stößt sie unterwegs gegen den Türrahmen, nimmt sie mit ins Meer und verliert tagsüber kein Wort über sie. Dass das jetzt auch an einem normalen Handgelenk klappt, macht sie zu einer der besten Empfehlungen ihrer Klasse. Eine von der Sorte, die man ohne langes Grübeln kauft.

Häufige Fragen

Wie groß ist die neue Tissot Seastar 2000 Professional?
Die aktuelle Auflage misst 44 mm im Durchmesser und rund 15,3 mm in der Höhe. Die Erstauflage von 2021 war mit 46 mm und gut 16 mm spürbar größer.

Was kostet die Tissot Seastar 2000 Professional?
Der Preis liegt bei rund 1.000 Euro, je nach Variante und Armband.

Ist die Tissot Seastar 2000 Professional eine echte Taucheruhr?
Ja. Sie ist nach ISO 6425 (2018) zertifiziert, bis 600 Meter wasserdicht und hat ein Heliumventil für das Sättigungstauchen.

Was unterscheidet die Seastar 2000 von der Seastar 1000?
Die Seastar 2000 ist bis 600 Meter wasserdicht und besitzt ein Heliumventil. Die kleinere Seastar 1000 (43 mm) reicht bis 300 Meter und hat kein Ventil.

Welches Uhrwerk steckt in der Seastar 2000 Professional?
Das Schweizer Automatikwerk Powermatic 80 mit Nivachron-Spiralfeder und 80 Stunden Gangreserve.

Technische Daten

Merkmal Wert
Gehäuse Edelstahl 316L, 44 mm, ca. 15,3 mm hoch
Wasserdichtigkeit 600 m (60 bar), ISO 6425 (2018)
Besonderheit Heliumventil bei 9 Uhr, einseitig drehbare Lünette mit Keramikeinsatz
Glas gewölbtes Saphirglas, entspiegelt; Saphirglasboden
Uhrwerk Powermatic 80 (ETA C07.111), Nivachron-Spiralfeder
Gangreserve 80 Stunden
Anzeigen Stunden, Minuten, Sekunden, Datum (6 Uhr)
Armband Schnellwechsel: Edelstahl + Kautschuk (Tropic)
Preis ab ca. 1.000 Euro
Axel Kmonitzek

Axel Kmonitzek

Axel vereint die Ausbildung an der Hamburg Media School mit der Passion für das Handwerk. Über eine Dekade hat er Uhren-Unikate gefertigt und prägt heute als Editor von Tweed den Blick auf Manufakturen, Autos, Reisen und die Menschen dahinter.

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